Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Windsheimer Bräu/Gutenstetten: Aischgründer Dunkel (Nr. 325)

Am 7. Juni hatte ich ein Bier der Brauerei Windsheimer aus Gutenstetten: das Lagerbier nach Hausbrauerart. Das fand ich ganz süffig und gut. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, demnächst mehr von der Brauerei zu testen. Schließlich will man ja auch einen Überblick über das Restliche Sortiment aus Pils, Märzen, Vollbier und Bock haben. Tja, … und dann kam es, wie es eben so kommt. Mir sind dauernd andere Biere “dazwischengekommen”. Das ist mir in diesem Jahr, in dem ich mal bewusst so viele verschiedene fränkische Biere wie möglich testen will, aber häufiger passiert. Liebe Brauerei Windsheimer, tut mir leid.

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Aber jetzt habe ich ja wenigstens das Dunkle im Test. Und das besteht laut Homepage aus Pilsner und Münchner Malz. Dafür alleine ist es fast ein wenig dunkel, um nicht zu sagen schwarz. Ich schätze mal, dass sie mit der Malzangabe meinen, dass vor allem PiM und MüM verwendet werden. Aber ich würde nach dem bisschen Brauerfahrung, das ich habe, mal sagen, dass da auch noch ein paar Gramm Dunkel- und vielleicht auch Karamellmalz dabei sind. Oder aber es liegt am Brauwasser. denn verschiedentlich kann man lesen, dass “hartes Wasser” Biere ebenfalls dunkler erscheinen lässt. Gut, ihr komplettes Brauprotokoll veröffentlicht natürlich keine Brauerei. Vor allem nicht, wenn es sich um ein recht gutes Dunkles handelt. Denn das Aischgründer Dunkel charakterisiert ein weicher Antrunk. Die typischen Aromen eines Dunklen entfalten sich fein und machen im Abgang einem wohldosierten herben Abschluss Platz, bei dem sich die Bitterstoffe aus Hopfen und dunklen Malzen zeigen, aber nicht übermäßig austoben. Der Röstnachhall ist ebenfalls nur leicht definiert. Dass es “etwas süßlich” ist, wie die Homepage sagt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wie gesagt, finde ich es eher weich. Wahrscheinlich meinen die Brauerei und ich aber das selbe. Dass es in offenen Bottichen vergoren wird, finde ich ebenfalls interessant. Ob das geschmacklich etwas ausmacht, kann ich dabei nicht sagen. Aber es ist halt so herrlich traditionell und hebt sich von den seelenlosen High-Tech-Anlagen ab, in denen der Brauer Hopfen, Malz und Wasser eigentlich gar nicht mehr sieht und nur bei gelegentlichen Proben damit in Berührung kommt.
Laut Homepage der Brauerei soll das Bier vor allem bei Frauen beliebt sein. In Ermangelung einer zweiten Flasche konnte ich diese Aussage leider nicht überprüfen. Allerdings waren die meisten Damen, mit denen ich mich über Bier unterhalten habe, eher den helleren Varianten zugeneigt. Da sich das Aischgründer Dunkel aber als recht weicher und gut ausgewogener Vertreter seiner Art zeigt, könnte er für die eine oder andere Dame durchaus interessant sein …

 

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