Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Spezial/Bamberg: Bockbier (Nr. 313)

Als Bamberger gibt es ja Böcke, um die kommt man nicht herum. Die sind, wie die normalen Biere auch, ewige Konkurrenten, werden immer miteinander verglichen und wie immer im Leben gibt es nur ein dafür oder dagegen. Zu den größten “Duellen” in der Brauerei-Historie gehört das zwischen dem Spezi und dem Schlenkerla in Bamberg. Wobei das jetzt überspitzt ist, weil die Bamberger Brauereien einander eher als Kollegen denn als Konkurrenten sehen. Trotzdem spaltet die Rauchbierfrage die Stadt, wie es sonst nur z. B. der Fußball kann. Und um unparteiisch zu bleiben – soweit man das beim Bier überhaupt sein kann – kann ich nicht den Urbock vom Schlenk erwähnen und den Bock vom Spezi auslassen. Geht nicht. Zumal ich ja eigentlich Spezi-Anhänger bin.
Mit seinen 6,7% Alkohol schlägt der Spezi-Bock den Kollegen vom Schlenk um Haaresbreite. Das ist zwar nur Statistik, aber bei einem so bedeutenden vergleich wie dem zwischen Schlenk und Spezi muss auch die herhalten.

375312_276460862395177_146302880_nFarblich ist der Spezi-Bock heller als der vom Schlenk. Aber das ist sozusagen Bierphilosophie: Die Schlenk-Biere sind insgesamt dunkler als die vom Spezi (Helles Lager und “U” ausgenommen). beim Spezi-Bock hat man dunkles kupfer-braun im Glas über dem sich feiner Schaum kräuselt. Der Geruch ist typisch für ein Rauchbier vom Spezi. Nicht so intensiv wie das Schinkenaroma eines Schlenk, aber für ein Spezi riecht der Bock schon sehr tief dunkel-rauchig.
Und so schmeckt er auch: Ein dunkler, tief-rauchiger Bock mit der typischen Herbe dunkler Böcke, die vom Röstmalz herrührt. Er ist nicht so schwer und behäbig und weniger dickflüssig wie der Urbock aus der Dominikanerstraße, die an der Ecke vom Eingeborenen auch schon Sandstraße genannt wird. Das Raucharoma dieses Rauchbierbocks bleibt natürlich länger im Mund stehen als bei Lager, Märzen oder Festbier aus dem Hause Spezial. Trotzdem hält sich das markante Finish in Grenzen. Andere Rauchbiere erinnern einen da noch viel länger nach dem letzten Schluck daran, was eben im Krüglein war. Und beim Spezi-Bock ist nach dem Schluck eigentlich eh gleich wieder vor dem Schluck. Denn wenn man beim Rauchbier zur Variante aus der Königsstraße tendiert, dann liebt man auch den Spezi-Bock. Wenn er läuft, dann läuft er halt!
Am besten passt er übrigens als Begleiter zu deftig-fränkischem Essen, würde ich sagen. Man liest zwar ab und an, ein Bock wäre auch als getränk zum Dessert eine gute Wahl. Aber wer will schon Schinken zum Nachtisch!

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Was war wann?

Juni 2017
M D M D F S S
« Mai    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Archive

Kategorien

Mehr Lust auf Bier & Buch aus Franken?