Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Ambäusianum/Bamberg: Dinkelbier (Nr. 183)

Kleine Mengen, Spezialsorten jenseits vom Einheits-Pils-Brei und ein Publikum, das handwerkliche Baukunst auch mit ein paar Cent mehr honoriert, das ist kurz zusammengefasst der momentane Heilsweg aus der Bierkrise. Dazu passt das neue Sommerbier des Ambräusianum in Bamberg perfekt: Es gibt das Dinkelbier nämlich nur in (sehr) begrenzter Menge. Einen Sud, wenn ich es richtig verstanden habe, hat der Bräu angesetzt. Das ist in einer kleinen Gasthausbrauerei wahrlich wenig. Dafür würde man bei der Kulmbacher z.B. nicht mal die Maschinen anwerfen.
Zugegeben, ich war persönlich äußerst skeptisch: Dinkelbier! Meine Erfahrungen mit Oko-Dinkelkeksen, -brot usw. waren bisher wenig positiv. Zu dunkel, zu grobschrőtig, zu wenig eingängig war das alles – und irgendwie muffig. Und da macht einer meiner Lieblingsbrauer ein Dinkelbier.

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Das ist kurz gesagt ganz anders, als ich es erwartet hätte. Hell, ja fast schon strohgelb, schwer trűb und kaum mit Schaum steht es im Glas. Der muffige Geruch? Fehlanzeige! Im Gegenteil, es riecht sehr dezent fruchtig.
Der Geschmack hat mich dann vollends überrascht: Am ausgeprägtesten ist das spritzige Mundgefűhl. Ähnlich wie bei einem Weizen fühlt sich das CO2 dieses wohl obergärigen Bieres an. Und wie ein Weizen ist es auch fruchtig und zum Ende hin säuerlich. Entfernt erinnert es dabei an andere helle obergärige Biersorten – oder vielleicht ein saures Radler. Denn im Antrunk bleibt es äußerst mild. Leider hatte es gestern ziemlich geregnet, denn ich denke als sommerlicher Durstlöscher eignet es sich total. Man darf nur nicht ein schweres, dunkles Öko-Dinkelzeug erwarten. Dann wäre man nämlich enttäuscht.

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