Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Drei Kronen/Memmelsdorf: Lager (Nr. 411)

Heut geht’s mal wieder “über die Dörfer”, wie es ein Freund immer so schön ausdrückt, wenn beim Schafkopf die Trümpfe schon weg sind und man über die Farben zu gewinnen versucht. Über die Dörfer zu gondeln ist in Franken auf alle Fälle fast immer ein Gewinn, finden sich doch dort echte Trümpfe, was die Braukunst angeht. Und ganz oft läuft dort nicht nur eine – um in der Schafkopfsprache zu bleiben –, so…ndern gleich mehr. Denn so mancher vor allem oberfränkische ort wartet zwar mit wenigen Einwohnern, dafür mit zwei Brauereien auf.
Wobei ich Memmelsdorf bei Bamberg da jetzt unrecht tue. Denn bald 9.000 Einwohner sind eigentlich nicht so klein. Da gibt es wesentlich kleinere Dörfer. Und bei 8.851 Einwohneren (Wikipedia, Stand 31.12.2010) kann man sich schon zwei Brauereien leisten. Die eine , den Höhn, hatte ich ja schon am 8. März letzten Jahres. Die andere, die Drei Kronen bisher noch gar nicht vorgestellt. Dabei ist die gerade so schön anlaufende Faschingszeit der ideale Zeitpunkt, mal wieder nach Memmelsdorf zu schauen. Denn neben Schloss Seehof und dem Bier ist der Memmelsdorfer Faschingsumzug ein echtes Highlight … für den ansonsten faschingsmuffeligen Oberfranken.

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Der geht auch so gerne nach Memmelsdorf zum Biertrinken. Das Lagerbier bei den Drei Kronen zum Beispiel. Mittelbraun in der Farbe, leicht trüb aus der Flasche und im geruch recht mild ist es. Im Geschmack zeigt es sich fast ein wneig dunkler als in der Farbe. Soll heißen: Da ist eine Spur Röstmalz mit dabei und auch eine Spur Rauch lässt sich auf Zunge und Gaumen erahnen. Keine Angst, das ist kein Rauchbier – denn das gibt es dort auch, heißt Stöffla und wartet bei mir zu Hause auf den nächsten Rauchbier-Contest. Zurück aber zum untergärigen Lager. Im Abgang zeigt es sich dann recht würzig, sowohl vom Malz asl auch vom Hopfen. Von dem erfährt man auf der Homepage, dass das Lager “kräftig gehopft” ist. Das kann man so stehen lassen, wobei man es mit dem “kräftig” nicht übertrieben hat. Mit seinen 4,5% ist es auch nicht zu stark, was immer gerne für ein zweites oder drittes Seidla spricht. Das kann man übrigens gerne bestellen – auch darüber klärt einen die Homepage auf –, indem man den Steinkrug umlegt, wie es in Franken halt der Brauch ist. Und an die “Preußen” gewandt, heißt es: “Machen Sie bitte diese Art der Bestellung nicht mit Gläsern: Sie werden sofort als Gebietsfremde entlarvt!!” Humor hat man in Memmelsdorf – die haben ja auch einen echten Faschingsumzug.


In noch einem Punkt passt das Memmelsdorfer Drei Kronen-Bier zum gestrigen Bier des Tages. Denn wie beim Friedmann-Bier gibtt es beim Drei Kronen Bier “eine weibliche Note”. Isabella Straub, Tochter von Braumeister Hans-Ludwig Straub, trägt ebenfalls einen Meistertitel des Brauer- und Mälzerhandwerks.

 

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