Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Simon/Lauf a.d. Pegnitz: Schwarze Kuni (Nr. 381)

Das mit dem Stärk’-Antrinken hat bei mir – wie bei so manch anderem ja auch – nicht ganz so geklappt, wie erhofft – wegen einer leidigen Erkältung. Wem es auch so ging, der muss jetzt keine Pani haben, dass das Jahr sowieso schon den Bach runter geht und höchstens nur zwei, drei oder vier Monate gut laufen. Der oberfränkische Bezirksheimatpfleger Günther Dippold hat Gott sei Dank in einem Artikel auf infranken.de mit dem einen oder anderen Mythos zu diesem Brauch aufgeräumt – und nebenbei die Empfehlung ausgesprochen, “die Stärke durch regelmäßigen, maßvollen Konsum” aufrechtzuhalten.

Da trifft es sich gut, dass Testkühlschrank und mein treues braunes Testbüchlein noch so manches Bockbier enthalten, das bei den letzten 50 Böcken seit Beginn dieses Projekts noch nicht dabei waren. Einer davon ist die schwarze Kuni der Brauerei Simon aus Lauf an der Pegnitz. Ein dunkler Weizenbock mit 7,0% ist doch genau das Richtige, um kranke Recken wieder aufzupäppeln!

405097_308180992556497_1195717922_n
Ihren Namen verdankt die Kuni, die in Lauf gebraut und bei der Brauerei Kaiser in Neuhaus abgefüllt wird – soweit mein Kenntnisstand – der Kaiserin Kunigunde bzw. der Kunigundenkirche auf dem Kunigundenberg. Kunigunde ist ja eher die Patronin der Schwangeren und der kranken Kinder, aber was soll’s. Ein St. Blasius-Bier – das wäre der entsprechende Spezialist bei Husten und Halskrankheiten – ist mir noch nicht untergekommen. Und als Bamberger weiß man ja: Die Kuni regelt gütig von der unteren Brücke lächelnd alles!
Eine schwarze Kuni(gundenfigur) wäre da mal was Neues. Das gleichnamige Bier jedenfalls kannte ich vorher noch nicht, obwohl es einen gewissen Kultstatus haben soll. Jedenfalls trägt es seinen Namen zu recht: Schwarz wie die Nacht ist es und riecht recht dunkelweizig. Auf dem Gaumen ist es – und da mag man erkältet sein, wie man will – ein sattes, leicht schweres dunkles Weizen. Die dunklen Röstnoten kommen neben dem unvermeidlich breitem Hefegeschmack und einer angenehmen malzigen Süße gut heraus. Dazu kommt noch ein leichter alkoholisch-scharfer Stich, der einen immer wieder daran erinnert, dass man da einen Bock vor sich hat Nur leider eben fast zu wenig, denn für einen dunklen Weizenbock ist die schwarze Kuni ziemlich süffig. Nur die Röstmalze, die gegen Ende hin immer deutlicher ihre bitteren Anteile deutlicher zeigen, bremsen das ein ganz klein wenig.
Ja, auch ein netter Weizenbock … und wieder ein Monat Stärke mehr :-) So kriegen wir 2012 doch noch in den Griff – nicht, dass uns letzten Endes im Dezember tatsächlich der angedrohte Weltuntergang blüht. Bis dahin habe ich nämlich nie alle fränkischen Biere durch!

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.