Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Dorn Bräu/Ammerndorf: Spezial (Nr. 287)

Ich weiß, ich war gestern recht streng, was das Bayreuther Hell anging. Man darf ja auf der Retro-Welle reiten. Man darf sich auch an den Marktgrößen orientieren, wenn man seine Absatzmengen im Auge hat. Nein, wahrscheinlich muss man das. Und natürlich muss man dann auf die beliebten, weil nostalgischen Euro-2-Pullen setzen, weil die so schön authentisch sind. Da meint man eben noch echtes Bier in der Hand zu halten, original, urig und traditionell …
300494_266103053430958_221062438_nFür mich verkörpern all diese Eigenschaften seit diesem Jahr immer mehr die Flaschen einer anderen Brauerei, nämlich die der Brauerei Dorn aus Ammerndorf. Ich gebe es zu: Alleine dieses riesige Etikett, das die Euro-2-Pullen umspannt wie die Lederschürze den Bauch eines gestandenen Braumeisters … das hat etwas. Das lässt einen denken, all die biertechnischen Irrungen udn Wirrungen der letzten Jahrzehnte wären an diesem Bier spurlos vorübergegangen. Immer neue Trendgebinde? Brauchen wir nicht! Hochglanz-Staniol-Premium-Wahn? Sollen andere machen. Lifestyle-Beer-Mix? Hä?!
Nun ja, das ist Bier-Nostalgie, das ist mir bewusst. Aber ich kann nicht anders, die Flaschen finde ich urig-sympathisch. Dazu kommt, dass die bisher von mir getesteten Ammerndorfer Biere dieses traditionelle Bild der Brauerei bestätigt haben. Das war bisher alles ganz ordentlich – und das Spezial soll das Beste davon sein. Tja, wenn es so ist, muss auch das getestet werden.


“Für Bierkenner ein echtes >>Märzen<<. Ein bernsteinfarbener Glanz für den besonderen Anlass.” So heißt es auf der Homepage über dieses Bier. Farblich geht das auch vollkommen in Ordnung. Das Bier sieht so aus, wie man sich ein Märzen vorstellt – und riecht auch so: märzig, würzig vom braunen Malz her, lecker! Die 5,3% Alkohol machen es nicht unbedingt zum stärksten Märzen weit und breit, gehen aber auch in Ordnung.
Zum Geschmack müsste man auch nicht viele Worte verlieren. Man könnte einfach schreiben: verdammt lecker! Könnte man, wenn man nicht so begeistert wäre. Weich ist es, rund, stimmig, süffig, es läuft! Im Antrunk ein wenig malzwürzig startend, läuft es dann seidenweich und eine Spur süßlicher weiter. Im Abschluss ist es dann wieder verhalten braunmalzig-bierig. Ein verdammt süffiges Märzen eben. Wiederhole ich mich? Meinetwegen. Soll ja auch nicht unbedingt bei einem Ammerndorfer Spezial bleiben …

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