Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Rother Bräu/Hausen: Ur-Trunk (Nr. 250)

Dass das Urstöffla von der Brauerei Kundmüler aus Weiher in so dezentem Öo-Dress daherkommt, dass man’s erst merkt, wenn man die Flasche umdreht und genauer anschaut, gefällt mir ja. Es geht aber auch ganz anders. Der Öku-Urtrunk der Rother Bräu aus der Rhön wirbt da viel deutlicher mit seiner ökologischen Brauweise. Im Namen, auf dem Hals-Etikett, auf dem Rückenetikett … überall wird einem die biologisch rein-weiße Weste gezeigt. Ob das sein muss, weiß ich nicht. Ich habe dabei ja immer ein wenig das Gefühl, dass diese Hinweise deutlich die Kaufentscheidung beeinflussen sollen. Aber wer sein Bier im Bioladen kauft, braucht keine deutlichen Bio-Hinweise. Und wer sein Bier im Getränkemarkt holt, lässt sich zumeist nur vom Geschmack leiten. Ob das Bier bio ist, interessiert da weniger.
Wie steht es aber nun um den Urtrunk?

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Erstmal fällt seine helle, ja fast schon ein wenig ätherische Farbe auf. Dazu ist es natürlich leicht hefeneblig. Wie gestern schon angemerkt: Bio bedeutet oft unfiltriert – es geht ja schließlich um die ganzen Nährstoffe …
Bei einem Urtrunk hätte ich eigentlich ein dunkleres Bier erwartet. Nicht selten bekommt man recht kernige, würzige und röstmalzige Bier mit der Vorsilbe “Ur-” serviert. Hier nicht. Der Geruch des Ur-Trunks ist ein wenig eigentümlich. Hopfen und Hefe zusammen wirken fast ein wenig muffig und bitter. Der Antrunk gestaltet sich dagegen spritzig, leicht säuerlich und das CO2 moussiert so ein wenig im Mund rum. Im Mittelteil kommt dann der Hopfen mit seiner Bittere durch, die das Malz und die Hefe aber noch in Schach halten können. Gegen Ende hin verbünden sich die hefige Säure und der Hopfen leider gegen das Malz, das dann keine Chance mehr hat, den Geschmack ausgewogen zu halten.
Ja, das geht schon. Man kann es trinken, wobei ich raten würde, es schneller zu schlabbern, damit die zunehmende Herbe gegen Ende hin weniger stört. Seine 4,7% sind auch ganz nett. Aber herausragend oder einfach nur besonders gut ist das Bier leider nicht – da nützt das ganze Bio-Zeugs nichts.

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