Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Grasser/Huppendorf: Vollbier (Nr. 147)

Bevor das heutige Bier des Tages kommt,. wünsche ich allen Vätern einen schönen Vatertag, allen wandernden Vätern viel Spaß und schönes Wetter und allen herumziehenden (Noch-)Nicht-Vätern rufe ich ein “Übertreibt’s nicht, Jungs!” zu.

Hach wie schön ... Bei so einer Vatertags-Karte kann einem richtig warm ums Herz werden. Ein herzlicher Dank an alle verständnisvollen Frauen und Kinder ...

Hach wie schön … Bei so einer Vatertags-Karte kann einem richtig warm ums Herz werden. Ein herzlicher Dank an alle verständnisvollen Frauen und Kinder …

Denn es ist ja jedes Jahr vor dem Vatertag dasselbe. Da rauscht es durch den Blätterwald der Presse, dass der Vatertag prinzipiell ja schon gut sei, aber so wie ihn die Väter begingen sei er natürlich verabscheuungswürdig. Unvergessen der Wutausbruch von Ursula von der Leyen 2008. Die fand den traditionellen Ausflug ins Grüne ja “schrecklich”, “das Allerletzte” und forderte:

“Ich bestehe darauf, dass wir den Vatertag neu erfinden müssen als einen Tag, der begeistert mit den Kindern gefeiert wird.”

Und über den eigenen Gatten sagte sie, er habe sich an dem Tag ein Geschenk verdient, denn er sei “eben nicht eine zweitklassige Mutter, sondern ein erstklassiger Vater”.
Ob der so Beschenkte sich nicht lieber ein Bierchen mit Freunden gewünscht hätte, ist nicht überliefert. Zu Wort kam er in der Debatte nicht.
Und die Welt online schreibt:

“Viele machen sich an diesem Tag zum Idioten, dabei sollte der Mann den Tag doch dafür nutzen, um über seine Vaterrolle nachzudenken.”

Da muss ich doch mal eine Lanze für die so gescholtenen Väter brechen, denn zumindest die, die ich kenne, verbringen genügend Zeit mit ihren Kindern, auch abseits dieses Tages. Und über seine Rolle als Mann und Vater muss man in der postindustriellen Gesellschaft doch ständig nachdenken. Da hat man sich einen Tag als Auszeit davon verdient. Zumal nicht jeder nur dumpf bis ins Koma saufend unterwegs ist. Dafür sind zumindest in Franken die Biere einfach zu lecker. Sowas genießt man doch.

huppi_voll

Auf der eigenen Vatertagstour wird es dieses Jahr – wie auch schon Jahre zuvor – das Vollbier vom Grasser aus Huppendorf geben, kurz genannt “Huppi Voll”. Mit 5,0% ist es kein Schwergewicht. Das soll es aber auch nicht sein, denn es geht ja darum fröhlich zu sein …
Farblich eher ins Braun gehend, kann man es weder zu den Hellen, noch zu den Dunklen Bieren zählen. Andere Brauereien würden neumodisch “Landbier” tönen. Beim Huppi ist die Farbe aber recht egal, weil es entweder aus dem Steinkrug oder aus der Flasche getrunken wird. Deshalb ist die verhaltene Schaumentwicklung auch unwichtig. Im Gegenteil: Gerade aus der Flasche genossen ist zu viel Kohlensäure hinderlich. Und aus dem Fass auf dem Bollerwagen gezapft, kann da dann auch nicht viel passieren.
Geschmacklich geht es eher in Richtung getreidiger Süße. Das Malz nimmt hier viel mehr Raum ein als der Hopfen. Wobei sich im Malz natürlich auch die eine oder andere Würzige Note versteckt, was das Ganze ausgewogen und verdammt süffig macht. Und das machte es auf der Vatertags-Planungs-Ausschuss-Sitzung recht schnell zum Kandidaten der Wahl. Übrigens trinkt es sich auch ganz gut ohne Vatertag oder am Vatertag im Kreise der Familie. Man kann ja am Ende der Tour mit Weib und Kind grillen …

Unser “Vatertagsgefährt”, Cervinakel genannt.

P.S.: Den Vogel in der alljährliche Vatertagsberichterstattung schoss wie immer die BILD ab mit der Fotoserie: Zeig mir dein Vatertagsgefährt und wir sagen dir, welcher Typ Vater du bist. Ergebnis des Selbstversuchs laut Bild:
“” Könnte das jemand bitte mal Ursula von der Leyen sagen?!

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