Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Spezial/Bamberg: Märzen (Nr. 44)

Hach, was für ein Großereignis:

ER kommt! 

Nein, nicht der KT, der macht sich ja im Moment ein wenig rar. Ja, auch der Ministerpräsident nebst Gattin, aber wen interessiert der Stimmkreisräuber Seehofer? Unsere nicht rücktrittsbedrohte Nummer eins kommt – also nicht Gottschalk. Auch nicht der Papst.

Unser Oberhaupt überhaupt, unser präsidialer Christian I., unser Leit-Wulff! Ja! Der! Staatsbesuch mit Motorrad-Eskorte! Hier! Heute! Auf seiner Antrittstour in Bayern besucht er genau zwei Städte: München, weil er muss, und Bamberg, weil … also, die Zeitungen schreiben, weil es Tradition sei und fast alle Präsidenten gekommen seien. Aber sind wir mal ehrlich: Wer sich den ganzen Frühschoppen lang mit Paulaner und Co. rumärgern muss, will danach ein anständiges Bier.

Das ist es, so schaut´s aus!

Zum Abschluss seines Bambergbesuchs rastet er ja einen Moment im Dominikanerbau. Hoffentlich ist es da noch nicht zu spät und einer seiner Bodyguards kann ihm einen Leberkäs vom Liebold und ein typisches Rauchbier holen. Der Christian ist ja Tourist, da muss er schon mal eines probieren. Bei den Nachbarn nebenan gibt´s ja das berühmte Rauchbier. Aber der Wulff ist zum ersten Mal da und ein Preuße ist er auch noch, wenn auch ein katholischer. Da weiß man nicht, ob der überhaupt bis zum dritten Seidla kommt, ab dem das Schlenkerla dem Uneingeweihten erst zu schmecken beginnt.

Spezi Märzen

Also schenken wir ihm lieber ein Spezial ein. Zur Auswahl gäbe es gerade das Lager und das Märzen und eines vorweg: beide sind lecker! Das Lager ist der Klassiker für jeden Tag und jede Gelegenheit – ist aber kein Alltag, so ein Staatsbesuch! Für den Wulff vielleicht schon, der macht sowas sicher häufiger. Aber Straßensperren und Staatslimousine mit sieben Motorrädern davor? Und die ganzen Parkplätze sind auch dicht: Nein, sowas sieht man nicht jeden Tag! Also das festlichere Märzen auf den Tisch. Und das ist mal eine Wucht. Satt rot-braun schaut es aus und riecht, wie ein Rauchbier riechen muss. Halleluja! Und erst der Geschmack: Eine Sinfonie aus vollmundigem Rauch- und Röstmalz. Die leichte Herbe am Schluss rührt eben von jenen Malzen und einem nicht übermäßig dazugegebenen Hopfen her und rundet das ganze zu einem Gedicht ab. Was für ein Bier! Da kann man sich gerne noch eines genehmigen und noch eines und … wie, weä kummdd heudd nach Bamberch? Wulff? Kenn ich nedd, aber der wädd scho wichdich sei, wenn die su a Trara um na machn. Und wassda, wenn da scho grad da bisdd, bringsdd mä nuch a Märzen derweil …

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