Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Karmeliter Bräu/Salz: Jubiläums Festbier (Nr. 188)

Ich bemühe mich ja. Ehrlich, ich bemühe mich ja redlich, zu jedem Bier ein ein kleines Textchen zu verfassen, ein kleines Anekdötchen – oder Wissenswertes zu Bier und Brauerei zusammenzutragen. (Auch wenn ich weiß, dass so manchem reichen würde: Dieses Bier gibt’s und mir schmeckt’s oder auch nicht.)
Aber es gibt Brauereien, die es mir da echt schwer machen. Nicht, weil sie gar keine Homepage hätten. Wofür gibt es die einschlägigen Brauerei-Verzeichnisse oder Internet Datenbanken? Aber Aussagen über ein spezielles Bier finden sich dann doch eher auf den Internetauftritten der Hersteller – oder auch nicht. Die Karmeliter-Bräu in Salz bei Bad Neustadt hoch in Frankens rhönigem Norden ist so ein Fall. Von denen hatte ich ziemlich am Anfang schon mal den Klostertrunk, ein ordentliches, ehrliches Bier. Aber auf der Homepage taucht nichts darüber auf. Nun habe ich vor einiger Zeit wieder ein Bier dieser Brauerei importiert bekommen: ein Jubiläums-Festbier. Fein, zu so einem Jubiläum lässt sich sicher was schreiben: Nur taucht auf der Homepage kein Anlass auf, geschweige denn das Bier! Gut, seit über 650 Jahren braut man dort. Das ist ganz schön beachtlich. Und nimmt man die Weihe des Klosters 1352 als Ausgangspunkt, wird es das Jubiläums-Bier seit 2002 geben. Aber liebe Karmeliter-Bräu, macht mir doch meine Arbeit – gut, mein Hobby – nicht so schwer. Schließlich finde ich euer Bier gar nicht so schlecht und würde davon in aller Welt künden, wenn … ja, wenn ihr mir nur ein wenig mehr Infos geben könntet.
267417_221136411260956_2753862_n Nein, Spaß beiseite! Was mir an dem Bier gefällt, ist, dass es unfiltriert ist. Für ein Festbier ein seltenes Merkmal. Kellerig-bernsteinbraun, trüb und mit sattem Schaum sieht es richtig urig aus. Der Geruch ist … “komplett”. Alles da: Die Nase kann das Malz und den Hopfen erschnüffeln und eine Spur Hefe mischt sich auch dazu.
Geschmack: Hat es! Im Antrunk scheint neben der Hefe der Hopfen leicht herb durch. Der setzt dann vor allem im Nachhall deutlicher durch und verleiht dem Kandidaten das biertypische bittere Finish. Zusammen mit den 5,2% würde ich das ein recht annehmbares und eigenständiges Märzen nennen.

 

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