Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauhaus Bergmann/Glattbach: Biopils (Nr. 1635)

Heute kommt man wieder ein Bio-Bier. Bio ist bei Bier ja auch immer so ein Thema. Zum einen zieht Bio überall und auch beim Bier kann man mit einem Bio-Label einen höheren Preis generieren. Zum anderen macht “das Reinheitsgebot” Bio-Angebote beim Bier auch irgendwie “kaputt”. Schließlich fragt sich so mancher Verbraucher, warum sein Bier “Bio” sein müsse, wenn doch dank Reinheitsgebot “keine Sauereien” ins Bier gemischt werden dürfen.

Biopils Bergmann Glattbach Biertest Bio Bier

 

Dass die Sache nicht so einfach ist, habe ich vor ein paar hundert Bieren mal anhand des Bio-Berndstein-Bieres aus dem unterfränkischen Glattbach gezeigt. Nun hat sich in der Zwischenzeit einiges getan. Die Etiketten der Glattbacher Biere sehen anders aus und statt Brauhaus Elf A heißt die Brauerei jetzt Brauhaus Bergmann. Aber Bio sind die Biere immer noch. Das hat man sich nicht nur auf die Fahnen, sondern auch auf die Homepage geschrieben. Die heißt nämlich nach wie vor: www.biobraumeister.de.

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Das Biopils (irritierenderweise ohne Bindestrich in der Mitte) garantiert keine Stabilisierung, Pasteurisierung, Verzicht auf Filtration und einiges mehr, was das Reinheitsgebot erlaubt. Was wiederum dem Geschmack zugute kommen soll. Dass das Bier gelblich-trüb ist, liegt auf der Hand. Klar, Bio und Filtration beißen sich irgendwie. Also ist das Biopils mehr ein Biokellerpils. Im Aroma fällt eine feingliedrige Hopfennote auf. Klassisch Pils eben. Auch vom Geschmack her ist es ein Pils, aber eben feinfruchtiger. Hopfenaroma und Hefefrucht ergänzen sich ganz angenehm und mit der Zeit bittert es auch schön nach. Das soll ein klassisches Pils, das tun aber nicht alle in Franken. Wobei das mit dem Verzicht auf Filtration beim Pilsgenuss so eine Sache ist. Klassisch trinkt man ein Pils aus einer entsprechenden Tulpe – was bedeutet, dass in soe iener Flasche knapp zwei Gläser Bier stecken. So weit so gut. Je nachdem, wie gut die Hefe sich abgesetzt hat, hat man aber pro Flasche “zwei unterschiedliche Biere”. Das erste Glas mit zumeist weniger Hefe ist geradliniger und “pilsiger”. Das zweite Glas mit mehr gelöster Hefe fruchtiger, was zulasten des Hopfenaromas geht. Positiv ist anzumerken, dass die Bittere es aber trotzdem schafft, hier hindurchzudringen. Nicht brachial, aber vernehmlich. Und so soll es bei einem Pils ja sein. Die Herbe soll Lust auf den nächsten Schluck machen. Auch wenn der aufgrund der Hefeverteilung dann wieder ein wenig anders schmecken könnte.

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