Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Fößel-Mazour: Vältla-Bier (Nr. 1247)

Ich habe mir für dieses Jahr ja vorgenommen, mehr Zeit in kleinen Landbrauereien zu verbringen, über die ich bisher noch nichts geschrieben hatte. Ich habe mir aber auch vorgenommen, mehr Sport zu machen. Was liegt da näher, als beide Anliegen zu verbinden. Soll heißen: Ich sattle mein Rennrad und fahre mit Freunden kleine und größere Touren, bei denen man rein zufällig bei der einen oder anderen Brauerei vorbeikommt, die mir fürs Bier des Tages noch fehlt.

IMAG2854Weil es vielleicht aber noch mehr Leuten so wie mir geht, denke ich, es ist eine nette Idee, die entsprechenden Routen hier zu posten. Wer mag, kann sie dann nachradeln.

Rund ums Bamberger Kreuz auf einer größeren Karte anzeigen

Den Anfang macht die Runde ums Bamberger Kreuz. Da geht es von Bamberg über Litzendorf nach Schammelsdorf (Brauerei Knoblach). Von dort über Kremmelsdorf nach Drosendorf (Brauerei Göller) und auf der anderen Seite hoch nach Merkendorf (Brauereien Hummel und Wagner). Über Breitengüßbach (Mainseidla und Pension Karin) fährt man dann nach Baunach, wo man links abbiegt, um zum Highlight der Tour zu kommen: zum Välta nach Appendorf.

Das war heute das inoffizielle Ziel, als sich ein Freund und ich heute Morgen um 9.00 Uhr aufs Rad gesetzt haben. Und es ist ein lohnenswertes Ziel, denn das Välta-Bier ist ein fränkisches Landbier, wie es typischer nicht sein könnte: Bernsteinbraun und leicht opalisierend liegt es im Glas. Kohlensäure ist dabei etwas, was anderen Bieren zustoßen mag, beim Bier der Brauerei Fößel-Mazour spielt sie eine untergeordnete Rolle. Das ist auch gut so, denn in Appendorf regt sich schon ein wenig der Durst. Schließlich ist man schon an sechs Brauereien vorbeigefahren.

IMAG2850Der Antrunk ist im ersten Moment schon ein wenig herb-malzig. Eine rauchig-würzige Kernigkeit macht sich im Mund breit, gepaart mit brotigen Aromen und unterschwellig süßen Karamellnoten.
Dazu spürt man auch deutlich die Hefe. Und es ist, das muss man noch mal betonen, eher ein kantig-herberes Bier. Dafür hält es, was andere Land- und Vollbiere versprechen. Klar, es ist nicht unbedingt das “einfachste” Bier.
Es hat einen starken und eigenständigen Geschmack. Ich fand ja, dass es zum Ende hin süßlicher wurde. Vor allem beim letzten Schluck, der einem noch mal Glücksschauer von Maische- und Würzearomen über den Rücken jagte …

Ok., ich übertreibe jetzt vielleicht ein wenig und vielleicht spricht da wirklich nur der Durst aus mir, aber wer beim Välta vorbeifährt, mag am Ende sicher den besseren Schnitt haben (also den km/h-Durchschnitt, denn den besseren Schnitt bekommt natürlich der, der beim Välta sitzen bleibt!) – was ihm aber entgeht, lässt sich kaum in Worte fassen!!!

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Auf den Schnitt sollte man auf der (kurzen) Runde sowieso nicht so achten. Denn das Wirtshaus vom Välta ist ein richtiges “Museum”. Seien es alte Traktoren, Mofas und Mopeds aus den letzten Jahrzehnten (wie meine alte, kleine Puch) oder “Bayerns größte Musikinstrumentensammlung” – alles das lässt sich in Appendorf entdecken.

Vom genialen Biergarten ganz zu schweigen. Auf Anfrage dürfen die Gäste dort sogar selbst grillen, wie ein Schild im Garten verkündete. Aber auch ohne eigenem Einsatz am Grillrost gibt’s für kleines Geld was für den Hunger zwischendurch.

Karte

Oder besser: Gäbe es was. Denn würde man damit anfangen, dann bliebe es auch nicht beim ersten Seidla. Dann könnte man seinen Schnitt, seine Trainingskilometer aber gleich in die Tonne klopfen. Aber wer sagt, dass man solche Touren immer mit dem Renner machen muss???

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