Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Heller/Herzogenaurach: Heller’s Schwarzes (Nr. 1755)

Ich bleibe mal bei interessanten dunklen Bieren. Dann dunkle Biere sind in aller Munde – zumindest, wenn – wie eben gerade – das Oktoberfest ins Haus steht. Beim Thema Oktoberfest denkt man automatisch an dunkle Biere, genauer gesagt Märzenbiere. Bei manchen Bewertungsportale wie ratebeer zum Beispiel werden Oktoberfestbier und Märzen zusammengefasst. Nun würde man dem Rest der Republik – zumindest aber dem Rest des Freistaats – ziemlich unrecht tun, wenn man alle Märzen auf Münchner Biere reduzieren würde.

Hellers Schwarzes 2

Bei Heller’s Schwarzes der Brauerei Heller zum Beispiel steht auf dem Etikett der Hinweis “Hergestellt nach alter fränkischer Hausbrauart als dunkles, ungefiltertes Märzenbier

HellersSchwarzes

Und dunkel ist nicht untertrieben, Heller’s Schwarzes ist sehr dunkel, richtig schwarz sogar. So dunkel, dass die ordentliche Trübung erst auffällt, wenn man das Bier gegen das Licht hält. Mit 5,5 % ist es auch genügend stark für ein Märzen. Vom Geschmack her ist es ausgewogen dunkelmalzig, leicht süß und es zeigt tatsächlich auch feine hopfenfruchtige Noten. Was mir gefällt, ist, dass es nicht ganz so schwer wie andere “Schwarzbiere” ist. Und es ist auch nicht so “staubtrocken”. Viele Schwarzbiere sind in ihrer Röstaromatik extrem. Aber hier geht es malzig-aromatisch zu, auch würzig-herb. Heller’s Schwarzes ist ja auch kein Schwarzbier, sondern ein Märzen. Aber nicht übertrieben. Alles ist rund und in sich stimmig. Das liegt sicher auch an der Hefe. Sogar die feinen Rosinennoten, die das Bier bei ein wenig Wärme entwickelt, passen.  Doch, von dem könnte man sich statt eines Seidlas auch eine Maß (oder zwei) genehmigen.

IMAG2297

Eine Besonderheit hat Heller’s Schwarzes übrigens noch zu bieten. Laut Etikett ist es nämlich flaschenvergoren. Das kennt man sonst nur von Hobbybrauern oder von Weizen. Bei dunklen Lagerbieren dürfte das – zumindest in Franken – einzigartig sein. Und es zeigt, dass das Bier wirklich “nach alter Hausbrauerart” gebraut wird. Bei so viel rundem Geschmack und Traditionsbewusstsein könnten sich die Münchner Oktoberfestbiere die eine oder andere Scheibe abschneiden!

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.