Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Rittmayer/Hallerndorf: Aischbüffel (Nr. 1484)

Böcke müssen ja einen starken Namen tragen. Gut, sie müssen es nicht, viele heißen ganz einfallslos Bock oder Bockbier. Aber sonst tragen sie gerne auch mal wilde und aufregende Namen. Doppelböcke zum Beispiel tragen gerne die -ator-Endung. Die soll vom berühmten Paulaner Salvator abgeleitet sein. Und der Name soll angeblich eine Verballhornung von “Sankt Vater” sein. Jedenfalls klingt das so schön stark und männlich und deshalb gibt es den Bambergator, dan Bajuvator, den Räucherator, den Friedelsator, den Fabiator und den Moggelator, den Alexator, den Pacifator und was weiß ich nicht noch alles. Aber auch jenseits der -ator-Doppelböcke gibt es klingende namen. In Hochholz residiert Sir Rollius, in Oberailsfeld steht ein Hollerbusch, in Nennslingen gallopiert ein Starker Ritter, durch die Rhön tobt der Fosenöchter und durch den Aischgrund stampft Rittmayers Aischbüffel.

Aischbüffel3

Zugegeben, alleine vom Etikett her wirkt der Aischbüffel wild und ungestüm. Da haut einer aber schon mal ganz schön auf den Putz. Dabei tut der Aischbüffel wilder, als er ist. Mit “nur” 6,5 % ist er fast schon zahm, zumindest im Alkoholgehalt. Aber Alkohol ist nicht alles. Und 6,5 % reichen für ein wenig animalisches Verhalten locker aus.

Aischbüffel2

Optisch fallen die dunkle Farbe und der cremebraune Schaum auf. Da passt die Assoziation mit einem wilden Büffel schon wieder eher. Und was dunkel aussieht, darf auch dunkel riechen. In dem Fall hat man dunkle Malzaromen, Kafee und Fruchtaromen in der Nase.

Aischbüffel

Von Anfang an setzt der dunkle Bock vom Rittmayer auf seine Fruchtigkeit und seine dunklen Aromen: Süße, reife Früchte, Trockenfrüchte, Schokolade …die Trockenheit des dunklen Malzes. Das ergibt ein schönes, vollmundiges Aroma. Was gefällt, ist, dass er die ganze Zeit neben all den dunklen Aromen und der entsprechenden Herbe dunkler Malze fruchtig bleibt. Das geht so ein wenig in Richtung von Lakritz, Trockenpflaumen, … ein ordentlicher, dunkler Bock eben!
Was mir gefehlt hat, bzw., was ich nicht geschmeckt habe, ist die Mandarine. Mandarine? Ja, Mandarine … denn, nachdem es über den Bock nichts auf der Homepage gab, habe ich ein wenig recherchiert. Und während sich mein Geschmackseindruck recht gut mit dem deckte, was auf ratebeer oder beim Bierclub so über den Bock geschrieben steht, ist mir eine Rezension aufgefallen, in der das Mandarinenaroma des Biers besonders gelobt wird, denn gebraut worden sein soll der Aischbüffel mit Mandarina Bavaria-Hopfen. Und deshalb habe ich die Mandarine gesucht. Ich habe sie aber nicht gefunden. Also gut, wenn man es weiß, sich anstrengt und es sehr gut mit dem Aischbüffel meint, dann hat kann man die fruchtige Süße dahingehend interpretieren. Vielleicht war der Aischbüffel in anderen Jahrgängen auch “mandariniger”? Schließlich kommt das Aroma gerade von Flavor-Hops nicht in jedem Jahr gleich heraus. Und gegen dunkles Malz hat es ein feines Mandarinenaroma auch schwer. Vielleicht taugt auch einfach nur mein Gaumen nichts. Wer erwartet auch bei einem wilden, dunklen Büffel aus dem Aischgrund sonnige Südfruchtaromen? Ich jedenfalls nicht …

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