Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Weller/Erlangen (gebraut bei Göller/Zeil): Jean Paul Vollbier Dunkel (Nr. 1705)

“Bier, Bier, Bier wie es auch komme”, so ist ein Buch mit den berühmtesten Bier-Zitaten des bierliebenden Poeten Jean Paul (Friedrich Richter) betitelt. Und fast möchte man meinen, diesen Bier-Dreiklang hätten sich die fränkischen Brauer zum Vorbild genommen und Jean Paul gleich drei Biere gewidmet. Da wäre zum einen zum Beispiel das Jean Paul-Bier der Lang Bräu aus Schönbrunn.

Jean Paul 1

Des weiteren gibt es noch ein Jean Paul-Bier von der Becher Bräu aus Bayreuth.

Jean Paul 2

Und um den dreiklang zu vollenden gibt es auch von der Erlanger Brauerei Weller ein dunkles Vollbier, das nach dem berühmten Literaten benannt wurde.  Bei dem Weller Jean Paul handelt es sich um ein bernsteinbraunes, unfiltriertes Bier – mithin also eher ein Kellerbier als ein Dunkles.

Jean Paul 3

 

Gebraut wird dieses Jean Paul-Bier wie auch das Weller 3×11 beim Göller in Zeil am Main – zumindest solange es keine eigene Brauerei gibt. Ein 5 Hl-Sudwerk ist geplant, wann es aber kommt …. Nun ja. Hoffen wir einmal. Vom Geschmack her zeigt das dunkle Vollbier Jean Paul schöne Karamell- und Brotaromen. Die mischen sich mit einer durchaus ein wenig fruchtigen Hefe zu einem netten, brauchbaren Kellerbier. Die Mischung aus Süße und leichter Röstbittere geht auch in Ordnung. Allerhöchstens könnte man dem Bier vorwerfen, dass es für ein Dunkles zu “leicht” im Körper wirkt. Wobei man die 5,4 % Alkohol – vor allem jetzt im Sommer! – nicht unterschätzen darf. Jedenfalls ließe sich davon das eine oder andere mehr trinken, was wiederum im Sinne Jean Pauls gewesen sein dürfte.

jean Paul 4

Was irgendwie beim Bier schon ein wenig anders ist als beim Wein. Denn das weintrinkende Pendent zum Biertrinker Jean Paul wäre E.T.A. Hofmann gewesen. Dem hat die Mahr’s Bräu ja auch ein Bier gewidmet, obschon E.T.A. Hofmann alles war – nur eben kein Biertrinker. Eine E.T.A.-Hofmann-Spätlese ist mir aber nicht bekannt. Bier soll wohl durch den Bezug auf berühmte Persönlichkeiten geadelt werden. Wein scheint das nicht nötig zu haben.
würde man übrigens jeden, der ordentlich viel Bier trinkt, mit einem eigenen Bier “adeln”, was wären die Biernamen lustig – z. B. “Onkel Herrmanns Pilsken” oder “Müller Schorsch Dunkel”. Nein, um sein eigenes Bier zu bekommen, dafür muss man schon mehr tun. Aber davon morgen mehr …

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