Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Zenglein/Oberschleichach: Pils (Nr. 1767)

Ich hatte ja letzte Woche – oder war es schon früher? – mal geschrieben, dass ich mir vermehrt “Biermarken” anschauen muss. Also nicht die Freibiermarken auf Volksfesten, obwohl die auch interessant wären. Nein, die Marken, die nach der Aufgabe des Braubetriebs noch weitgergeführt werden. Die fallen ja häufig in den Brauereidatenbanken raus: Kein Braubetrieb mehr = keine Brauerei! Die Biere gibt es aber trotzdej noch in der eigenen Gastronomie oder gar im Handel – und wenn man es sich anschaut, sind es gar nich mal so wenige. Im kleinen Ort Oberschleichach im Steigerwald existierte zum Beispiel bis zum Jahr 2011 die Brauerei Zenglein.

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Die Wirtschaft gibt es natürlich auch heute noch, genauso wie das Bier, das seither beim Göller in Zeil am Main gebraut werden soll. Auf der Karte stehen ein Pils, ein Zwickel und ein Bock, den es vielleicht nicht nur saisonal zu geben scheint – nur justamente als ich da war, war der Bock aus. Nun gut, steigen wir in den Zenglein-Test halt mit dem Pils ein.

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An dem gefällt die deutliche Würzigkeit! Das entfaltet sich im Bouquet noch zaghaft, da wirkt es wie ien würzigeres Helles. Aber trinkt man es, fällt ein deutlich “herbales” Hopfenaroma auf. Also eben “kräuterig”, aber nicht unangenehm. Im Gegenteil – das Bier hat Charakter und den versteckt es auch nicht. Das Malz bildet einen passenden Körper dazu, darf zwischendurch auch mit ein klein wenig Süße glänzen. Und was die pilstypische Bittere angeht, ist die schon da, aber nicht penetrant. Was wiederum am Hopfenaroma liegt. Daschanchiert zwischen würzigen und fruchtigen Noten, was wiederum die Bittere gut einbindet. Doch, das gefällt mir. Und es zeigt, wie sehr man als fränkischer Biertrinker oft in seinen eigenen Vorstellungen und Vorurteilen gefangen ist. Da rümpft man leicht die Nase und lässt ein Lohnbrau-Bier links liegen. So nach dem Motto: “Wenn sie es nicht mehr selber brauen, kann es ja nichts G’scheites sein.” Dabei lohnt sich der Blick auf solche Biere durchaus. Nicht immer, aber im Falle des Zenglein Pils gerne immer wieder!

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