Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Eder’s (Eder&Heylands): Export (Nr. 1428)

So, heute kommt der (vorerst) letzte Teil meiner Eder&HeylandsBetrachtung. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich noch gar nichts über die Kernmarke Eder’s geschrieben habe.

Quelle: www.eder.de

Quelle: www.eders.de

Schaut man sich den Internetauftritt der Brauerei an, scheint die Sachlage ganz klar: Zuerst kommen die namengebenden Marken Eder’s und Heylands, danach Schlappeseppel und die Weißbiermarke Bavaria und dann folgt das Mischgetränk Brown Sugar und der Eistee Trade Island. Am Rande stehen dann noch die Craftbiere aus Eder’s Brauwerkstatt. Das soll nun sicher keine Wertung oder gar Gewichtung der Marken darstellen – unter dem Reiter Unsere Markenbiere befindet sich Bavaria zum Beispiel noch vor Schlappeseppel. Außerdem fehlt auf der Homepage die Billigmarke Schwanen.
Aber irgendwie erwartet man schon, dass die Kernmarke Eder’s in dieser Markenfamilie besonders betont wird. Denke ich mir jedenfalls. Schaut man sich aber das Sortiment von Eder&Heylands an, fällt auf, dass sowohl Eder’s als auch Heylands erschreckend identisch Pils, Export und Radler anbieten.
Nun bin ich kein Wirtschaftswissenschaftler, aber ich stelle mir schon die Frage, wie man da Markenbindung aufbauen soll, wenn es zwei Marken einer Brauerei gibt, die recht ähnliche Biere anbieten. Gut, den “Daten nach” unterscheiden sich die Biere durchaus in der Stammwürze und im Alkoholgehalt. Aber reicht das? Wird der Kunde da am Ende nicht über den Preis entscheiden. Und wenn selbst der gleich ist?

Eders Export

Bisher dachte ich ja immer, man fusioniert mit oder übernimmt Marken, die das eigene Portfolio erweitern und verstärken. Aus dieser Sicht verstehe ich die identischen Sorten der Marken Eder’s und Heylands nicht ganz. Aber ich bin – wie gesagt – kein Betriebswirtschaftler. Und so lange das mit den selben Sorten funktioniert, hat die Brauerei Recht. Da muss ich als Blogger nicht alles nachvollziehen können.
Eder’s Export ist übrigens in der Stammwürze einen kleinen Hauch höher als Heylands. Da steht es 12, 5 % zu 12,3%. Im Alkoholgehalt macht das keinen Unterschied. Da kommen beide auf 5,5 % und liegen damit hinter ihrem Schlappeseppel-Geschwisterchen mit 5,6 %. Aber wie gesagt, das sind alles so kleine Unterschiede, dass sie für kaum einen wahrnehmbar sind. Wenn überhaupt.
Im Glas sieht das Eder’s Export ganz nett golden aus – nur die Kohlensäure will nicht überzeugen. Ein wenig spritziger könnte es schon sein. Vom Geruch her wirkt der Hopfen ein wenig matt, das Bier eher getreidig. Auf der Zunge haut es einen erst mal nicht um: Nett schmeckt es, fast ein wenig zu mild im ersten Moment. Hat man hier nicht ein Export vor sich stehen? Aber scheinbar soll das Export hier wie auch bei Heylands die Funktion eines milden, hellen Vollbiers übernehmen. Hinter dem Schlappeseppel Export bleiben aber beide zurück, wobei mir so im Nachhinein das Heylands Export fast ein wenig “hopfiger” vorkam. Hinter dem Schlappeseppel Export bleiben beide aber deutlich zurück, positionieren sich aber vor dem Schwanen Export.

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Bei vier Exportbieren hätte ich ja vorgeschlagen, eines milder einzubrauen (z. B. Eder’s), bei einem deutlich mehr auf ein klares, fruchtiges Hopfenaroma zu gehen (z. B. Heylands), eines voluminöser und sowohl in Malz und Hopfen stärker anzulegen (wie das Schlappesepel) und eines so günstig wie möglich (Schwanen). Für den Kunden wäre das die größtmögliche geschmackliche Vielfalt aus einem Haus. Ob sich das so aber rechnet, ist eine andere Sache.

Quelle: http://www.eders.de/marken/heylands-export.php

Quelle: http://www.eders.de/marken/heylands-export.php

Bei Eder&Heylands scheint man übrigens die Sortenähnlichkeit auch ein wenig problematisch zu sehen, sonst würde beim Heylands Edel Export die Eigenständigkeit von Maischeverfahren und Hefe nicht so deutlich betont werden.

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