Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Franken Halbe (Wolfshöher Privatbrauerei)/Neunkirchen am Sand: Helles Vollbier (Nr. 1180)

Sagen wir, wie es ist: Auch beim Bier gilt der völlig blödsinnige Satz: GEIZ IST GEIL!

Beim Bier sogar mehr als beim Wein, denn während beim Wein viele selbsternannte Experten über Anbaugebiete und Rebsoten philosophieren, ist es in Sachen Bier einfach: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Welches Malz? Welche Hopfensorten? Für viele ist das beim Bier mehr als nur nebensächlich. Schließlich gilt da das Mantra: So lange es nach dem Reinheistgebot gebraut ist, ist es gute Qualität! Warum sollte der Kunde da mehr bezahlen als notwendig? Je nachdem, wie man Qualität definiert, kann man den Billigbieren auch nicht vorwerfen, qualitativ “minderwertig” zu sein. Häufig gilt zum Beispiel gerade die Haltbarkeit eines Bieres als Qualitätsmerkmal. Und bei der Haltbareit stehen die industriell hergestellten Billigbiere nicht schlecht da. Auch bei Schaumhaltbarkeit und Klärung kann an den Billigbieren nichts vorwerfen.

Bleibt alleine noch der Geschmack als Ausschlusskriterium. Aber wie soll ein Bier schmecken? Was ist guter Geschmack? In einer Bierlandschaft, in der wenige Großbrauereien deutschlandweit die Mehrheit des konsumierten Bieres herstellen, orientiert sich auch der Rest am Einheitsgeschmack. Eigenständigkeit wird so nicht unbedingt belohnt.
Franken Hell

Wenn man sich zum Beispiel ein Bier wie das Helle Vollbier aus der “Discoumt-Linie” Frankenhalbe der Wolfshöher Brauerei anschaut, dann bekommt man ein wenig überraschendes Helles. Es hat recht gewöhnliche 4,8 % Alkohol, zeigt eine gewöhnlich-helle Farbe und für die Nase hält es die allgegenwärtigen getreidigen Stroh-Aromen bereit. Das sieht nicht schlecht aus und riecht auch nicht schlecht. Aber kurz drauf hat man es auch schon wieder vergessen.

Franken Hell 2

Auch geschmacklich ist dem Bier eigentlich nicht viel am Zeug zu flicken. Abgesehen davon, dass es recht flach wirkt, hat man ein einfaches Helles, das “keinem weh tut”, weil nichts drin ist, was irgendwie Charakter oder Eigenständigkeit beweisen würde. Getreidige Noten, ein wenig Stroh, wenig Hopfen, kaum Bittere im Abgang … Ja, das kann man langweilig nennen. Oder gewöhnlich. Ja, das trifft es wohl am besten.

GEIZ IST NICHT GEIL, GEIZ IST GEWÖHNLICH!

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