Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Hochholzer Brauhaus/Hochholz: Museums-Bier (Nr. 1463)

Gestern hatte ich ja ein wenig beschrieben, wie sich unser Geschmack beeinflussen lässt. Seien es Erwartungen, Vorinformationen oder veränderte Gemütszustände – alles das kann die Geschmackswahrnehmung verändern. Also wäre es eigentlich nur logisch, Biere “blind” zu verkosten. Also ohne zu wissen, was man im Glas hat. Und am besten nimmt man nicht mal ein Glas, sondern einen Steinkrug. So hätte man einen unverfälschten Geschmackseindruck.

Hochholzer 3

Sowas ähnliches habe ich im Moment auch gerade zu Hause. Da steht ein Sixpack, den mir ein sehr lieber Freund aus der Gegend um Pappenheim mitgebracht hat. Das alleine wäre schon eine Geschichte für sich. ich hatte ihn nämlich beim Hochholzer Brauhaus vorbeigeschickt, er möge mir doch ein wenig Bier mitbringen. Und das hat er auch: Einen Sixpack mit Flaschen ohne Etikett, übergeben in bester, charmant-fränkischer Art: “Da is a Sixpack. Die zwei Hellen sind Steinbiere, die anderen sind zwei Dunkle und zwei mal dunkler Weizenbock. Das siehst dann ja schon.”  Seh ich auch. Zumindest das Steinbier habe ich schon vor dem Aufmachen als solches erkennen können.

Hochholzer 2

So ganz ohne Infos kann ich dann aber doch auch nicht. Bei dem Steinbier handelt es sich wohl um das Museums-Bier. Zumindest taucht das als Steinbier auf der Homepage auf. Und weil wir grade bei Steinbier sind: Unter Steinbier versteht man ein Bier, bei dem glühend heiße Natursteine in die Würze gegeben werden. Dabei karamellisiert der Malzzucker an den Steinen. Nicht selten werden die Steine dann wieder bei der Fermentation der Würze zugegeben, um die Karamellaromen verstärkt dem Bier wieder zuzuführen. Wie das jetzt genau beim Hochholzer Brauhaus geschieht, müsste ich mir mal bei einem Brauseminar anschauen. Jedenfalls ist es schön, dass es diese eigentlich seltene Sorte auch dort noch gibt.

Hochholzer

Geschmacklich ist es das bernsteinbraune, trübe Bier übrigens richtig interessant. Malzige Aromen, Karamell- und Brotaromen finden sich dort. Dazu kommt eine feine Rauchspur im Nachhall, wie ich finde. Häufig werden die Steinbiere ja zu den Rauchbieren gezählt – wohl, weil es beim Absenken der Steine in den Sud so schön zischt und dampft. Alles in allem ist es auch noch ein wenig süß und zusammen mit einer feinen Fruchtnote (vom Hopfen?) ist das ein ordentliches und durchaus ein wenig rustikales Bier. Und wenn ich mir anschaue, wie dort gebraut wird, bekomme ich fast Lust, selbst ins “professionelle” Braugeschehen einzusteigen. Naja, mal sehen, was die nächsten Jahre so bringen …

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