Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Kulmbacher Brauerei AG/Kulmbach: Feinmild (Nr. 1226)

Was schreibe ich über das heutige Bier, das Kulmbacher Feinmild der Kulmbacher Brauerei AG. Ich meine, “Feinmild” … Das sagt doch schon alles. Fein sollte ein Bier ja sowieso sein. Aber mild? “Mild” heißt in Sachen Bier ja unterhopft, mindergehopft, so gut wie gar nicht gehopft …

Kulmbacher Feinmild 1

Das KULMBACHER Feinmild ist im Vergleich zum klassischen Pils deutlich milder gehopft und somit  besonders abgerundet und weich im Geschmack. In der klassischen KULMBACHER Aufmachung in der NRW-Flasche spricht es traditionelle Mildtrinker, insbesondere auch Frauen, an.” So heißt es bei den Kulmbachern im PR-Deutsch. Klassische “Mild-Trinker” also! Ob ich so ein Bier überhaupt “verstehen” kann? Bin ich denn ein klassicher “Mild-Trinker”? Und wenn ich das nicht bin, bin ich dann ein “Wild-Trinker”? Oder ein ein harter Trinker? Ein autoritärer Trinker?
Ach nein, es geht ja darum, dass das Bier nicht herb sein soll. Wozu man aber überhaupt extra milde Biere “erfindet”, wo doch auch bei den Standardsorten die Bitterwerte immer häufiger reduziert werden, ist die Frage. Geschmacklich ist so ein “Mild-Bier” wie das Kulmbacher Feinmild ungefähr sowas wie der Minimalkonsens in Sachen Bier: Es ist nicht unbedingt “süß”, schon mild-hellmalzig … Echt, das könnte auch vom Geschmack her ein Leichtbier sein, hat aber immerhin 4,9 %. Es ist nur so, dass es außer einer milden Getreidenote nicht nur nicht viel mehr zu bieten hat … es hat NICHTS mehr zu bieten. Es tut einem nicht weh, weil ja kaum Geschmack da ist, der weh tun könnte.

Kulmbacher Feinmild 2

Kann so ein Bier neue Käuferschichten für Bier begeistern? Die “nackten Zahlen” sagen sicherlich ja. Allerdings habe ich so meine Zweifel. Mal abgesehen davon, dass die Damen, die ich kenne eher Pale Ales als Mild-Biere bevorzugen, habe ich auch sonst meine Zweifel, dass man mit einem Kulmbacher Feinmild die oben erwähnten “Frauen” zum Bier locken kann. Klar, wenn es denn unbedingt Bier sein muss, dann greifen sicher auch die Damen zum Feinmild, die sonst eher kein Bier mögen. Aber warum sollten sie ein Kulmbacher Feinmild einem Weißwein, Prosecco, Hugo oder was auch immer vorziehen?

 

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