Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Kundmüller/Weiher: 1874 (Nr. 1444)

Man muss die Feste ja feiern, wie sie fallen. Da machen Geburtstage keine Ausnahme. Und runde erst recht nicht. Nun sind 140 Jahre nicht ganz so rund wie 150, aber ein Grund zum Feiern sind sie für die Brauerei Kundmüller in Weiher sowieso.

1874 Brauerei Kundmüller Weiher Weiherer

So ein rundes Jubiläum ist ja immer ein spezielles Bier wert. Bei den Brüdern Oswald und Roland Kundmüller heißt das schlicht und ergreifend 1874. Das Jubiläumsbier 1874 soll eine “Hommage an das flüssige Gold” sein. Laut Etikett ist es unfiltriert, wobei es aus meiner Flasche deutlich klar kam und auch leichtes Aufschwenken des letzten Restes in der Flasche hat nicht mehr Trübung zustande gebracht. Nun gut, was soll’s. Wahrscheinlich hatte sich die Hefe im Tank abgesetzt und meine Flasche bekam davon nicht ganz so viel ab. Eine feine Trübe wäre ja eh nur das “Sahnehäubchen” für die Optik gewesen. Sonst ist das Bier irgendwo zwischen sattem Altgold und Bernstein zu verorten. Schaut nicht schlecht aus.

1874 Kundmüller Weiherer

Schmeckt auch nicht schlecht. Im Gegenteil! Wobei sich im ersten Eindruck interessanterweise sowohl das Malz als auch der Hopfen bemerkbar machen. Das Malz zeigt Züge von leichter Süße und vor allem Karamell, der Hopfen kommt  aromatisch und auch mit seiner Herbe hervor. Das Muindgefühl ist voll, ja fast schon ein wenig wie bei einem Bock, finde ich. Was mir auch gefällt, ist dass das Bier von schluck zu Schluck mehr “Charakter” bekommt. Ja, es wird sogar ein wenig “kantiger”, was unter anderem am knackigen Abgang liegt. Aber das steht diesem Bier. Denn gerade, wenn Brauereien in ihren Absatzzahlen wachsen, gehen Brauer im Geschmack Kompromisse ein und brauen weichere und mildere Biere. Aber eine Orientierung am Massengeschmack kann man diesem Bier nicht vorwerfen. Im Gegenteil. Und mit Pilsner Malz, Melanoidin und Cara Red auf der Malzseite bzw. Spalter Select und Saphir auf der Hopfenseite hat man sich bei den Zutaten auch nicht gerade lumpen lassen. “Gespart” wurde da an nichts. Auch nicht am Alkohol, denn 5,6 % sind ordentlich.Hach … ich könnte ja jetzt noch viel mehr schreiben. Dass einem nach dem letzten Schluck zum Beispiel so ein leicht malzig-würziger Geschmack auf den Lippen bleibt. Oder dass dieses Bier fast schon nach einem kräftigen Landbrot und einem “Blutwörschtla” schreit. Aber eigentlich sollte man es einfach mal selbst probieren. Mir hat’s jedenfalls geschmeckt!

1874 2

Lieber Roland, lieber Oswald,
bevor euer Jubeljahr jetzt bald wieder rum ist, muss ich mich schnell noch in die Reihe der Gratulanten einfügen.
Macht weiter so! Dann muss man euch gar nicht mehr Erfolg wünschen, denn der kommt dann auch so …

 

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