Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Bräuwerck/Neudrossenfeld: Tagwerck (Nr. 1760)

Gestern hatte ich ja schon beschrieben, dass ich zwar fast jede Brauerei in Franken kenne, aber eben nur fast. Obwohl ich nun schon bald 5 Jahre lang jeden Tag über ein anderes fränkisches Bier schreibe, gibt es auch für mich immer noch weiße Flecken auf der Frankenkarte. Die werden zwar Stück für Stück kleiner, aber noch gibt es welche. Und die arbeite ich jetzt Stück für Stück ab.

Tagwerk

Das Neudrossenfelder Bräuwerck ist so eine Brauerei, von der ich erst seit Kurzem Biere im Test hatte. Das Landwerck und das Nachtwerck hatte ich vor kurzem schon beschrieben. Jetzt fehlt noch das Helle, das Tagwerck.
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Das ist natürlich trüb. Viele Gasthausbrauereien sparen sicn den Schritt mit der Filtration. Wozu auch? Naturtrübe Biere sind sowieso gerade “in”. Sie strahlen Natürlichkeit uas, auch handwerkliche Arbeit. Sie stehen da  im Gegensatz zu den “Hochglanz”-Pilsnern aus dem Fernsehen. Der schöne Nebeneffekt bei der Geschichte: Man spart sich das Geld für die Filteranlage, die Filtrationshilfsmittel usw. und das Bier schmeckt auch noch nach mehr! Denn wo sich die Hefe im Glas entfalten darf und wo Eiweißpartikel dabei sind, ist auch “mehr” Geschmack drin. Und das Mundgefühl verändert sich. Das Tagwerck hat einen weicheren und volleren Körper. Natürlich gibt es auch filtrierte Helle, die vollmundig sind. Aber es gibt auch andere, eher wässrige Helle. Davon ist das Tagwerck jedoch weit entfernt. Vor allem, weil es für ein Helles durchaus auch ein wenig mehr gehopft ist. Das macht sich in einer leichten Kantigkeit bemerkbar, die dem Bier aber Charakter gibt. Süße und Herbe gleichen sich schön aus. Und die 5,0 % Alkohol aus 12,5 % Stammwürze passen auch. Eigentlich müsste man das Tagwerck weniger als “Helles”, sondern eher als helles Kellerbier einsortieren. Aber bei dem begrenzten Sortiment kleiner Gasthausbrauereien muss ein Bier die Funktion mehrer Sorten übernehmen. Und das schafft das Tagwerck durchaus.

Bräuwerck

Übrigens mehrere Sorten: Bei ratebeer habe ich gesehen, dass es vom Bräuwerck ab und an auch noch andere Sorten als das Standard-Programm aus Hellem, Dunklem und Weizen gibt. So ganz fertig bin ich mit dem Bräuwerck also noch nicht. Und der weiße Fleck in Neudrossenfeld zwar kleiner, aber noch nicht ganz weg …

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