Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Heller/Herzogenaurach: Zwickl (Nr. 1715)

Reden wir mal über die Wertigkeit von Bier. Denn in Zeiten, in denen Bier häufig als Aktionsware verramscht wird, wäre es an der Zeit, dass handwerkliche Braukunst wieder mehr geschätzt wird.

IMAG2015

Schaut man sich zum Beispiel das Heller Zwickl aus Herzogenaurach an, dann macht es in der 0,33er Flasche richtig was her. Ich meine, das sieht wirklich ansprechend aus, da könnte sich so manches Pseudo-Premium eine Scheibe abschneiden.

Heller Zwickl

Auch geschmacklich ist das Bier durchaus ansprechend. Das Zwickl ist wohl die unfiltrierte Version des Export. Wobei “unfiltriert” in dem Fall heißt, dass das Bier golden opalisierend ist. Da gibt es deutlich trübere Zwickl. Vom Geruch her ist es getreidig-hopfig. Ein klassisches helles Export mit einer Spur Hefe: hellmalzig, leicht nach Bisquit schmeckend, dazu kommt der Hopfen mit Aromen nach Stroh im Nachhall. Wirklich, das ist ein ordentliches, gut trinkbares Zwickl, bei dem nichts stört. Natürlich könnte man bemängeln, dass es “normal” schmeckt und nicht mit exotischen Hopfensorten oder Malzen eingebraut wurde. Aber das muss auch nicht jedes Bier, um es wertzuschätzen. Wir als Konsumenten sollten jedem handwerklich gebrauten Bier Respekt zeigen. Denn ohne die ordentlich gebrauten, gut süffigen traditionellen Biere könnten sich viele Brauereien geschmackliche Experimente mit modernen Sorten gar nicht leisten.

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