Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Klosterbrauerei Weißenohe/Weißenohe: Red Monkey (Nr. 1714)

Leute, macht das bitte NIEMALS! Also das, was ich gestern Abend gemacht habe. Trinkt nicht einfach nur so nebenbei ein interessantes Bier! Macht das echt niemals! Eure ganze Aufmerksamkeit sollte immer dem Bier gelten, nicht dem Drumherum oder gar den Personen, mit denen ihr das Bier trinkt. Ich würde ja gerne mildernde Umstände für mich geltend machen, aber ich befürchte, das wird nichts.

Also gestern Abend saß ich mit meinem Kollegen Martin Droschke im Kater Murr in Nürnberg, um mich ein wenig mit den beiden Craftbierbrauern Luke Kennedy und Mark Zunkel von der NBG zu unterhalten.

Und nebenbei haben wir ein neues Bier der Klosterbrauerei Weißenohe probiert. Normalerweise konzentriere ich mich ja voll und ganz nur auf das Bier, aber gestern war ich wie gesagt durch unsere Unterhaltung abgelenkt. Und deshalb habe ich mir zwar nebenbei Verkostungsnotizen gemacht und natürlich auch kurz ein Bild des besagten Biers gemacht, aber das Wichtigste habe ich vergessen: Ich habe kein Bild von der Getränkekarte mit den Infos zu besagtem Bier gemacht. Wie konnte mir das nur passieren?

Red Monkey 1

Darum gibt es die Hard-Facts nur rudimentär. Das Bier heißt Red Monkey und es soll sich dabei um das Altfränkische Klosterbier handeln, das 4 Wochen in einem Barrique-Fass auf Hersbrucker Gebirgshopfen gelagert haben soll. Das hört sich spannend an, vor allem, weil die Weißenoher ja schon sehr ordentliche “Grundbiere” brauen. Wenn so ein Bier veredelt wird, dann hat das natürlich Potenzial.

Red Monkey 2

Nun weiß ich leider nicht, wie viel Hopfen verwendet wurde. Gut, das hätte auch nicht in besagter Getränkekarte gestanden, schätze ich. So besonders viel wird es nicht gewesen sein, denn das Bier ist vom Charakter her eher malzig, durchzogen von angenehmen Karamellaromen. Es schmeckt fast schon so “rotmalzig” wie es aussieht. Die Beerenaromen, die man beim Schnuppern in der Nase hat, schmeckt man ebenfalls. Und dazu kommt ein feinwürziges, leichtes Hopfenaroma. Und hintennach wird es leicht holzig. Es gibt so einen holzig-trockenen Ton im Abgang. Ehrlich gesagt schmeckt es verdammt gut: Weich, rund, malzig, angenehm würzig … Aber … und ein “Aber” gibt es beim Weißenoher Red Monkey mit dem Hersbrucker Gebirgshopfen: Liest man Barrique und “hopfengelagert”, dann erwartet man eher viel Hopfen und auch ein deutlich schweres Holzaroma. Überhaupt ist es für ein “Craftbier”, wenn es denn eines sein soll, sehr zurückhaltend. Die meisten holzfassgelagerten Biere, die man im Moment erhält, liegen ja länger auf dem Fass und vor allem sind die Fässer in der Regel mit Weinen oder Bränden vorbelegt. Das erzeugt im Bier deutliche Whisky-Aromen. Und da hält sich das Red Monkey fein zurück. Gott sei Dank, muss ich sagen. Denn eigentlich bin ich kein Freund von Whisky und dementsprechend auch von solchen Bieren.

Wenigstens in dem Fall habe ich also was richtig gemacht.

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