Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Hetzel/Frauendorf: Pils (Nr. 1342)

Kennt ihr diese “Kennst-du-Sätze”? Bei jedem Bier, über das meine Freunde reden, kommt irgendwann dieser “Kennst du das schon?”-Satz. Nicht falsch verstehen, aber ich finde es gut, dass sie fragen. Denn wenn mal eines dabei wäre, dass ich noch nicht kennen würde, würden sie mir eins mitbringen. Aber meistens kenne ich es schon. Das Bier und die anderen von der Brauerei auch alle. Das klingt dann vielleicht immer ein wenig großspurig von mir und ich genieße es auch ein wenig zu sagen: “Ja, natürlich kenne ich das!” Oder noch besser: “Ja natürlich. das kenne ich schon seit gut 20 Jahren …” Zum Beispiel beim “Fraadorfer” Vollbier, Landbier, PilsSTOPP! Das Hetzel Pils aus Frauendorf … warte mal, nein, das hatte ich noch nicht! Oder doch?

Hetzel Pils alt

Die Antwort lautet in dem Fall ganz klar “Jein!”. Im Rahmen des Biers des Tages hatte ich tatsächlich noch nicht über das Frauendorfer Pils geschrieben. Aber bei der Durchsicht meiner Etikettensammlung ist mir aufgefallen, dass ich tatsächlich schon mal das Frauendorfer Pils hatte. Aber wohl irgendwann in den Neunzigern. Und … hmm, da war irgend so ein fest in Frauendorf, denke ich. Jedenfalls habe ich ein Etikett eines Hetzel Pils – damals aber mit 5,3 % im Gegensatz zu den 4,9 % von heute.

Hetzel Pils Neu 1

Damals gab es das Pils auch in Euro-Flaschen. Heute gibt es nur noch die Sorten Vollbier und Bock in der Euro-Flasche. Das Premium-Landbier und das Pils gibt es dagegen in Bügelverschluss-Flaschen. Warum? Wer weiß? Gründe dafür gibt es viele. Allerdings gefiel mir das alte Etikett wesentlich besser als das neue. Das wirkt, wie ich finde, ein wenig lieblos.

Was den Geschmack der Hetzel-Biere angeht, so bin ich ein wenig zwiegespalten. Das Vollbier ist für mich ein Klassiker. Und auch der Bock war alles andere als schlecht. Mit dem Bügelverschluss-Premium Landbier konnte ich mich dagegen nicht so anfreunden. Und jetzt kommt das Bügelverschluss-Pils.

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Wenn es mal aus der Bügelverschluss-Flasche raus ist, sieht es ganz manierlich aus. Die feinen Kohlensäure-Fäden sehen ganz nett aus. der Schaum ist jetzt nicht brachial, aber in Ordnung. Nett, wie gesagt. Das Aroma ist schon gut hopfig, geht aber eher in Richtung Getreide und Stroh. Und in Sachen Geschmack sollte man mal folgendes ausprobieren. Nehmt mal einen Schluck Hetzel Pils so in den Mund, dass er zunächst nur im vorderen Drittel bleibt. Denn dann kann die Zungenspitze die süßen Malzaromen aufnehmen. Lässt man es aber über die Zunge weiter laufen, nehmen die getreidigen Noten deutlicher zu, überdecken diese feine Malzsüße, werden stärker und stärker, um sich dann am Ende im hinteren Drittel des Mundraums mit einer deutlichen Bittere zu verbinden. Das geht mit anderen Pilsnern sicher auch, ist mir aber bei diesem besonders deutlich aufgefallen. Allerdings könnte ein blumiges oder zitrus-Hopfenaroma im Abgang ein wenig klarer präsent bleiben, da gefällt mir die Kombination aus Getreide und Bittere nicht ganz so sehr. Würde ich es brauen, würde ich ihm ein wenig mehr Restsüße verpassen. Aber dann wäre es ja nicht mehr das Hetzel Pils aus Frauendorf. Wie sehr das “neue” Hetzel Pils übrigens dem “alten” Hetzel Pils gleicht, kann ich leider überhaupt nicht sagen, weil ich mich schlicht und ergreifend nicht mehr an das alte Pils erinnern kann. nd Notizen wie heute habe ich mir füher noch nicht gemacht. Konnte ja keiner wissen, dass ich 20 Jahre später immer noch in Sachen Bier durch Franken fahren werde …

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