Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Hofmühl/Eichstätt: Columbus IPA (Nr. 1660)

Heute gibt es eine Craftbierimpression vom Nürnberger Bierfest. Bei Craftbier gibt es ja momentan so etwas wie zwei “Glaubensrichtungen” – zumindest, was die Gebindegröße angeht. Da steht auf der einen Seite die coole 0,33er “Hipster-Flasche”, meist ein wenig krawallig im Aussehen, laut, frech und … naja, cool eben. Auf der anderen Seite steht dagegen die 0,75er Gourmetflasche – mit ganz anderem Anspruch. Sie will/soll edel wirken, Ausstrahlung haben, dem etablierten Weinen Konkurrenz machen. So wie beim Columbus Imperial Pale Ale der Brauerei Hofmühl aus Eichstätt.

Hofmühl IPA

 

Nun bin ich bei Hofmühl ein wenig voreingenommen. Das ist und bleibt für mich die Brauerei mit dem Alkoholfreien Weizen, in dem alles drin ist: Hopfenextrakt, Röstmalzbier und zusätzliche Kohlensäure. Das hat mein Bild der Braueri geprägt – und nicht gerade zum besten. Das muss ich zugeben.

Hofmühl

Dass das Hofmühl IPA auf die Weintrinker schielt, zeigt nicht nur die entsprechende Flasche, sondern auch die goldenhelle Farbe. Sind andere IPAs auch mal ein wenig dunkler und vor allem trüber, hat man dieses IPA hellgolden und schonen filtriert angelegt. Auch die satten 10,5 % erinnern eher an einen Wein. Ähnlich der fruchtige Aromeneindruck beim Schnuppern. Grapefruit und Aprikose sollen das sein, das kann man dem Flyer zum Bier entnehmen. Tatsächlich hat man fast ein Fruchtbowle-Feeling, dazu diese süße Aprikose, dazu ein wenig Säure, wie man sie von der Grapefruit her kennt.

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Das ist so weit ganz nett … aber esfehlt irgendwie der Glanz, der Glamour. Das ist ok., aber wir sind aromentechnsich schon weiter, finde ich. Da gibt es komplexere Biere, die auch mehr den Malzkörper ins Spiel bringen, die vom Hopfen her ausdifferenzierter sind. Für mich kommt dieses Bier zu spät. Vor ein paar Jahren, am Anfang “der Bewegung” wäre es ein interessanter Punkt auf dem Weg gewesen. Jetzt wirkt es für mich “zu einfach” Zumindest als Gourmetbier. Da würde ich mittlerweile mehr erwarten.

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Aber würde man es mit ein wenig mehr Bittereinheiten in 0,33er Flaschen füllen, sähe die Sache anders aus. Würde man es aber als Sommer-(Stark)Bier in 0,5er Flaschen für einen fairen Preis im Kasten verkaufen, wäre ich vollends begeistert. Denn so wie Kleider Leute machen, machen Flaschen manchmal auch Biere …

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