Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Hoh/Köttensdorf: Lagerbier (Nr. 1725)

Franken ist ein Paradies – vor allem rund um Bamberg! Egal wohin du gehst, überall gibt es kleine Landbrauereien mit ehrlichem Bier und ordentlichem Essen zu mehr als humanen Preisen. Ein Traum – außer, man ist Vegetarier! Oder anderweitig an gesunder Ernährung interessiert. Da kann man es auf dem fränkischen Land schon schwer haben. Da war ich zum Beispiel letzthin bei der Brauerei Hoh in Köttensdorf.

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Die ist für ihr dunkles Lagerbier und ihre Hähnla (gebratene Hähnchen) bekannt, weshalb nahezu jeder, der da in der Brauerei oder an einem Biertisch im Hof sitzt, an so einem halben Geflügel “zaust”. Dazu gibt es als Beilagen Brot oder wahre Berge von Pommes. Aber keinen Salat. Auch nicht auf Nachfrage. Grünen oder gar gemischten Salat gibt es einfach nicht. Auch nicht zu den Schnitzelvariationen. Bestenfalls einen Kartoffelsalat und – wenn es denn unbedingt ein Vitamin sein muss – ein Kraut! Für den eingefleischten Franken ist das kein Problem. Im Gegenteil, der muss sich nicht mit der lästigen, grünen Dekoration auf dem Teller rumärgern. Liegen lassen geht nicht, man hat es schließlich bezahlt, also wird es auch “gfress’n”. Aber so richtig schmecken tut einem das “Hasenfutter” auch nicht. Wie gesagt, von solch ärgerlichen Sachzwängen ist man beim Hoh gottlob befreit. Und als Vegetarier hätte man immerhin noch die Auswahl zwischen gebackenem Camenbert oder “dem Käseteil” der Brotzeitkarte – Ziebeleskäs z. B.

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Aber mal ehrlich, mir fiele kein vegetarisches Gericht ein, dass zum Hoh Lager passen würde. bernstein-dunkel ist es, soweit ein Blick in den Steingutkrug eine Farbwahrnehmung zulässt. Aber man braucht nicht schauen, es reicht, was man schmeckt. Das dunkle Lagerbier startet brotig, ja fast schon leicht in Richtung Kaffee oder Schokolade gehend – wobei das Malz dem Bier Aroma, aber keine Süße gibt. Auf der anderen Seite ist da auch keine übertriebene Bittere. Das Bier bleibt süffig, gut ausgewogen und das Malz zeigt sein Potential an Karamell und Brotrinde erst so richtig ab dem zweiten Seidla.

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Was einen zurück zur Speisekarte bringt: Bei einem Bierpreis von gerade mal € 2,10 pro Seidla sollte man sich schon eine gute Unterlage “anfuttern” – so, wie es die Speisekarte vom Hoh vorschlägt. Ein kleiner gemischter Salat würde da ehrlich nur stören. So ist es halt in Franken auf dem Land!

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