Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Tucher/Fürth: Kristallweizen (Nr. 1262)

Ich geb’s ja zu, ich kann es einfach nicht. Ich müsste für so ein Blog- und Social Media-Ding viel mehr auf aktuelle Trends achten. Muttertag zum Beispiel und natürlich die Meisterfeier der Bayern. Da sind die Themen des Tages – vom erdrutschartigen Sieg des österreichischen Medienphänomens Conchita Wurst bei ESC ganz zu schweigen. Das kann man überall nachlesen. Darüber wird in Nachrichten, Blogs und bei Facebook&Twitter geschrieben.

Twitter

Aber ich habe es halt wirklich nicht so mit Trends. Ich kann nichts dafür. Ich bin halt so. Und ich habe natürlich grade kein “Muttertagsbier” parat. Und wenn es heute ein Weizen gibt, dann auch nur, weil es sonntags immer ein Weizen gibt. Einen Bezug zur Meisterfeier der Bayern kann man da kaum ziehen. Dann schon eher einen zum (wieder mal) Abstieg vom Club. Denn das heutige Weizen kommt aus dem “Zwei Städte-Sudhaus” der Tucher Brauerei auf der Stadtgrenze von Nürnberg und Fürth. Ja, wenn der “Glubb” gegen die rivalisierenden Kleeblätter in die Relegation gegangen wäre, dsnn wäre meine Kolumne für heute topaktuell gewesen. Aber so …???

Tucher Weizen

Quelle: http://www.tucher.de/

KristallweizenIch weiß leider selber nicht genau, wann ein anderer Trend begonnen hatte. Ich meine, wann hat man begonnen Zitronenschnitze ins Kristallweizen zu werfen? Ich frage mich das gerade nur, weil ich vor Kurzem ein Tucher Kristallweizen bestellt hatte. Nun sind Kristallweizen eh nicht mehr so angesagt, wie sie das mal waren. “Champagnerweisse” nannte man das mal – und die fehlende Hefe bei gleichzeitig hellprickelnder Klarheit war ein Zeichen von technischer Perfektion. Tja, der es halt aber am Geschmack fehlte. Der Zitronenschnitz soll dann wohl ein wenig mehr Frische und fruchtige Säure ins Weizen bringen. Jedenfalls habe ich, als ich letzthin ein Tucher Kristallweizen bestellt hatte, das tatsächlich mit Zitronenschnitz bekommen. Was für mich – wie gesagt – ein wenig verstörend war. Der Rest der Geschichte ist jedenfalls schnell erzählt. Das Kristallweizen schmeckt “verhalten”, wirkt aufgrund der fehlenden Hefe zu schlank für diesen Biertyp. Das Bananenaroma ist wenig vorhanden, die Nelkenwürze ebenso. Dafür hat es anständig Kohlensäure. Wofür braucht man das? Retten kann es nicht mal der besagte Zitronenschnitz. So ein Kristallweizen mag ja mal Trend gewesen sein. Und es mag auch leichter schmecken als ein “schweres” Hefeweizen. Vielleicht ist sowas auch bei  Frauen auch besonders beliebt?

Aber für mich sind solche Trends nichts.

IMAG2710

Ein zweites Kristallweizen habe ich dann nicht mehr bestellt. Ich hatte Angst, dass ich das dann mit Reiskörnern bekomme. Denn den Trend gab es ja auch mal. Damals wohl, um schlecht eingeschenkte, schaumlose Weizen wieder mit einem ansehnlichen Schaumkrönchen zu versehen …

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.