Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Distelhäuser Brauerei/Distelhausen: Alkoholfrei (Nr. 1165)

Wer es auf Facebook oder Youtube noch nicht gesehen hat, kann es sich hier nochmal anschauen: Ich habe mich breit schlagen lassen, beim #socialbeergame mitzumachen. Und nach langer und reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, unter anderem ein alkoholfreies Bier „zu kippen“. Dafür gibt es mehrere, gute Gründe:
1. Niemand sollte gezwungen werden, Alkohol zu trinken, wenn er keinen mag. Das ist einfach meine Meinung und sicher kann man da auch eine andere haben.
2. Man muss keinen Alkohol trinken, um Spaß zu haben. Ich weiß, aus meinem Mund klingt sowas „eher komisch“, denn wer sich so intensiv mit Bier beschäftigt, der trinkt natürlich auch gerne mal eines oder zwei. Bei diesem „Trinkspiel“ geht es aber vor allem darum, auf möglichst „lustige“ Weise, so ein Bier wegzupumpen. Manche verkleiden sich dafür, andere suchen sich einen speziellen Ort aus und, und, und … Wenn sich gestandene Kerle in Rotkäppchenkostüme pressen und selbst veralbern, dann nicht, weil sie schon stocktrunkene Alkis sind, sondern weil sie einfach nur mal sinnbefreit rumblödeln wollen. Es wird ja wohl kaum einer glauben, dass sie sich vorher Mut angetrunken haben. Wenn man nüchtern schon so viel Humor beweist, könnte man auch ein Alkoholfreies exen.
3. Und dann ist das die natürlich das leidige Thema „Alkohol & Karriere“. Klar, wenn man jung ist, dann ist einem die weitere Zukunft erst mal wurst. Und wenn man schon weiter in der zweiten Lebenshälfte steckt, kann man vielleicht ein wenig gelassener mit dem Thema umgehen. Trotzdem ist es mit solchen Spielen ein wenig wie mit der beliebten Frage bei Einstellungsgesprächen: „Welche Fehler haben sie denn?“ Dann heißt es, nicht zu allgemein zu bleiben, aber auch aufzupassen, dass die eigenen Fehler nicht wirklich „negativ“ sind. Und so sagt ein alkoholfreies auf ex etwas wie: „Ja, ich kann Spaß haben und mal einen Blödsinn mitmachen, aber ich kann es mit Verantwortung tun.“


Klar, für viele bedeuten Sätze wie der letzte nichts anderes, als dass man eine Spaßbremse ist. Schließlich gehe es ja darum zu zeigen, dass man ein ganzer Mann sei und mindestens 0,5 l mal eben so wegkippen kann. Noch besser sind die, die beweisen müssen, dass sie das auch mit einem Liter können. Aber mal ehrlich: Wer meint, so zu beweisen, wie männlich und erwachsen er ist, der ist genau das eben nicht! Auch da kann man anderer Meinung sein, das weiß ich. Allerdings sind gerade Verantwortung und Nachdenken die Punkte, die einen vielleicht zum Spießer, vor allem aber auch zum Erwachsenen machen.
Wenn man also scheinbar kein Bier braucht, wieso kippen dann alle eines? Abgesehen von den „Ich bin ein cool/taff, ich trinke ein Bier!“-Trinkern gibt es dafür nur eine Antwort:

Weil die meisten alkoholfreien Bier einfach nicht so richtig nach dem schmecken, was man sich unter einem Bier vorstellt.

 

Distelhäuser alkoholfrei
Freunde, wenn man ein Bier auf ex trinkt, dann ist es nahezu wurst, wie es schmeckt. Ich hab’s im Selbstversuch getestet. Das Distelhäuser Alkoholfrei hat auf ex nicht so übel geschmeckt, wobei man nicht viel schmeckt, wenn man das Bier an allem, was Geschmacksnerven hat, „vorbeikippt“. Was aber so vom Eindruck und vor allem vom Nachhall hängen geblieben ist (und vom Schaum im Bart), das wirkte malzig, ein wenig süßlich, aber angenehm getreidig im Nachhall. Auch Hopfen war noch da. Also eine pappsüße Brühe war es jedenfalls nicht. Zwischendrin wirkte es ein wenig bitter-metallisch, aber nur ganz minimal. Klar, auch das Distelhäuser lief irgendwie wie Wasser – aber für ein Bier auf ex ist das von Vorteil. Ich denke, wenn ich nochmal eines finde, werde ich dem Distelhäuser Alkoholfrei noch mal Gelegenheit geben, sich langsam und Schluck für Schluck zu beweisen. Der erste und sehr kurze Eindruck war jedenfalls nicht so schlecht.

P.S.: Im Nachhinein finde ich die Nominierung übrigens alles andere als schlecht. Wenn sich bei solchen Spielen mal ein paar ihre Gedanken machen und die auch posten, kann das ja nicht verkehrt sein.

P.P.S.: Die Testkollegen der Fachzeitschrift Motorrad waren in ihrem Alkoholfrei-Test aus dem Jahr 2011 voll des Lobes für das Distelhäuser alkoholfrei. Zitat: „Klarer Testsieger in der Pils-Klasse. Hätte bundesweite Verbreitung verdient.“ Na dann Prost!

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