Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Lang Bräu/Schönbrunn: Urbock Dunkel (Nr. 1849)

Wo ich ja regelmäßig “durcheinander komme”, ist die Sache mit den hellen und dunklen Böcken. Es gibt ja viele Brauereien, bei denen es zum Beispiel zur Weihnachtszeit, aber auch zur Fastenzeit einen hellen und einen dunklen Bock gibt. Und dann heißen die beiden Böcke auch noch ähnlich – im schlimmsten Fall sogar gleich. Wie soll man da die Übersicht behalten? Nehmen wir zum Beispeil mal die Lang Bräu aus Schönbrunn. Von der gibt es einen hellen und einen dunklen Urbock. Den hellen Urbock hatte ich schon mal auf der Braukunst Live. Nur war das schon Jahre her, genauer gesagt 2013!

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Als ich dann mal in Frankens hohem Norden in einem Getränkemarkt auf den dunklen Urbock gestoßen bin, war ich verunsichert. Welchen Urbock hatte ich nochmal? Den hellen? Den dunklen? Wie gut, dass das Internet nichts vergisst. So war nach krzem Nachschauen klar: Der helle ist abgehakt, der Urbock Dunkel steht noch zum Test an.

Urbock DunkelAllerdings bin ich mit meiner Verwirrung vielleicht nicht ganz alleine. Denn schaut man sich das Etikett des Urbock Dunkel genauer an, fällt einem folgender Satz ins Auge:
Im Spezialverfahren hergestelltes Qualitätsbier aus hellem Malz

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Ein dunkler Bock aus hellem Malz??? Soll das jetzt heißen, dass er “gefärbt” wurde? Allerdings steht Röstmalzbier nicht als Zutat auf dem Etikett. Oder hätte da “aus dunklem Malz” stehen sollen und es ist bisher einfach noch keinem aufgefallen? Fragen über Fragen!Die Homepage der Brauerei bringt da leider auch keine weitere Aufklärung. Da wird nur darauf verwiesen, dass er die Vorzüge seines hellen Zwillingsbruders mit fruchtigen Röstaromen kombiniere. Zwillingsbruder? Also doch gefärbt?

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Sei es, wie es mag. Dunkel ist der dunkle Urbock jedenfalls. Und noch mehr: Satt ist er! Wer den trinkt, muss nicht mehr viel essen. Oder besser – zuvor doch etwas gegessen haben. 7,5 % sind ordentlich, sehr ordentlich. Und den lässt einen der Urbock schmecken und spüren!
Von Beginn an hat man ansonsten eine tiefdunkle Aromatik auf der Zunge: Schokolade, Rosine, dunkle Beeren, der Schönbrunner Urbock Dunkel geizt nicht mit Reizen. Auch ein wenig Vanille meint man zu erschmecken. Und dann hat das Bier noch einen satten Körper! Ein echt schön schwerer dunkler Bock! Ganz egal, wie das jetzt mit dem hellen Malz und dem Spezialverfahren ist. Den werde ich jedenfalls so schnell nicht vergessen. Und das nicht nur, weil ich jetzt bocktechnisch die Lang Bräu aus Schönbrunn abhaken kann.

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