Der Führer durch die fränkische Bierwelt

Brauerei Göller/Zeil am Main: Hausbrauerbier (Nr. 1723)

Da saß ich gestern Abend mit Freunden um ein Lagerfeuer und wir hatten uns über Bier unterhalten. Ich habe ganz stolz vom Pax Bräu Grätzer Bier erzählt und dass es sich mit seinen 2,7 % Alkohol bei dem heißen Wetter ganz gechillt trinken lässt. Und was antworteten meine Freunde, alles echte Bierfranken:
“Kannst du nicht ein gescheites Bier trinken? 2,7 %, das ist doch kein Bier!”

Jaja, mit alternativen Bierstilen hat man’s in Franken nicht leicht, das muss man einfach so sagen. Also gibt es heute ein ganz traditionelles, fränkisches Bier. Das Göller Hausbrauerbier. Ein Hausbrauerbier ist – bzw. war – ein steuerbegünstigtes Bier, das bei einer Brauerei für brauberechtigte Personen gebraut wurde, die – als Althausbrauer – ihre eigene Braugerste ablieferten.

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Mit einer Reform des Biersteuergesetzes wurden diese Unterscheidungen obsolet. Bier konnte und durfte jeder brauen, ein “Braurecht” war nicht mehr vonnöten. Damit hätte auch dem oft einfachen und billigeren Hausbrauerbier das letzte Stündlein schlagen müssen, wenn nicht … ja, wenn wir Franken nicht so ein urig-traditionelles Völkchen wären. Und so gibt es immer noch eine ganze Reihe von Brauereien, die an speziellen Tagen in der Woche/im Monat zumeist ab Rampe Hausbrauerbier abgeben. Manchmal in Flaschen, manchmal nur in selbst mitgebrachten Fässern. Bierfassen nennt sich das.

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Beim Göller in Zeil am Main lebt diese Tradition auch noch. Da gibt es, so sagt es die Homepage, immer mittwochs in der Brauerei das günstige Hausbrauerbier. Dabei handelt es sich um ein leichtes, helles Bier mit grade mal 4,3 % Alkohol. Das erinnert an das Göller Brotzeitseidladas ist auch hell und hat 4,3 %. Nur steht auf dem Brotzeitseidla “Schankbier” (also ein Bier mit einer Stammwürze zwischen 7 % und 10 %), auf dem Hausbrauerbier steht davon nichts.
Geschmacklich geht das Hausbrauerbier in Richtung Malz und Getreide. der Antrunk ist schon schön malzig, das Bier leicht süß, der Trunk ist ganz fein gehopft. Ein leichteres, unauffälliges Helles, das zur Mitte hin ein leichtes Hopfenaroma zeigt, aber niemals richtig bitter wird. Auf der Haben-Seite steht die Süffigkeit, der nette Charakter als Trinkbier, das angenehm leichte Aroma. Auf der Soll-Seite steht dagegen, dass es aufgrund seiner 4,3 % ein wenig wenig Körper und Substanz hat.

Aber hey, ein Hausbrauerbier wie dieses ist typischerweise ein einfach strukturiertes Bier. Und dafür ist das Göller Hausbrauerbier in Ordnung.

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